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Kimi K3 Weights sind da: 1,5 Terabyte Frontier, mit Kleingedrucktem

Moonshot hat Wort gehalten: Seit dem 27. Juli liegen die kompletten Kimi-K3-Weights auf Hugging Face – 1,56 Terabyte, pünktlich wie angekündigt. Was die Lizenz erlaubt, was Self-Hosting kostet und warum „offen“ trotzdem nicht Open Source heißt.

Kimi K3 Logo in einem leuchtenden Sechseck mit dem Text Open Weights vor blau-violettem, digitalem Hintergrund.

Moonshot hat Wort gehalten. Seit dem 27. Juli liegen die vollständigen Weights von Kimi K3 auf Hugging Face – auf den Tag genau zum Termin aus der Ankündigung. Vor elf Tagen habe ich das Modell hier als „auf dem Papier offen“ eingeordnet und die steile These formuliert, der eigentliche Machtwechsel passiere nicht auf den Leaderboards, sondern am 27. Juli. Der Termin hat gehalten. Ob auch die These hält, entscheidet sich am Kleingedruckten, das jetzt mitgeliefert wurde – und das schauen wir uns an.

TL;DR

Die Kimi-K3-Weights sind seit dem 27. Juli komplett auf Hugging Face – pünktlich zum angekündigten Termin.

  • Rund 1,56 Terabyte in 118 Dateien, nativ in MXFP4 trainiert, multimodal, 1-Million-Token-Kontextfenster
  • Die „Kimi K3 License“ ist MIT-artig – mit MaaS-Klausel ab 20 Mio. $ Jahresumsatz. Open Source im OSI-Sinn ist das nicht
  • Self-Hosting braucht rund 1,4 TB GPU-Speicher und 64+ Beschleuniger – ein Rechenzentrums-Projekt, kein Homelab
  • Day-0-Hosting läuft bei Together AI, Fireworks und Featherless

Kimi K3 Weights auf Hugging Face: 1,56 Terabyte in MXFP4

Das Repository moonshotai/Kimi-K3 bringt rund 1,56 Terabyte in 118 Dateien auf die Waage. Geliefert wird in MXFP4 mit MXFP8-Aktivierungen, und die Quantisierung ist hier kein nachträglicher Kompromiss, denn Moonshot hat das Modell per Quantization-Aware-Training direkt in diesem Format trainiert. Die Eckdaten bleiben die bekannten – 2,8 Billionen Parameter, davon 104 Milliarden aktiv, Mixture-of-Experts mit 16 von 896 Experten pro Token, ein Kontextfenster von einer Million Tokens und ein eigener Vision-Encoder mit 401 Millionen Parametern.

Die Model Card wiederholt die Benchmark-Tabellen aus dem Launch – herstellereigene Werte, das übliche Sternchen, man kennt das mittlerweile. Die unabhängige Messung von Artificial Analysis hatte ich im Release-Artikel auseinandergenommen, daran ändert der Upload nichts. Neu ist der Zugang. Together AI, Fireworks und Featherless servieren K3 seit Tag eins als Inference-Provider, und der Tech-Report liegt als PDF auf GitHub.

Die Kimi-K3-Lizenz: ein MIT-Gerüst mit zwei Haken

Moonshot nennt das Regelwerk schlicht „Kimi K3 License“, und der Grundaufbau liest sich wie MIT – nutzen, kopieren, modifizieren, verkaufen, alles erlaubt. Danach folgen zwei Bedingungen. Erstens braucht jeder, der ein „Model as a Service“-Geschäft betreibt und samt verbundenen Unternehmen mehr als 20 Millionen Dollar Umsatz in zwölf Monaten macht, eine separate Vereinbarung mit Moonshot, bevor er K3 kommerziell einsetzt. Zweitens müssen Produkte mit über 100 Millionen monatlich aktiven Nutzern oder 20 Millionen Dollar Monatsumsatz den Namen „Kimi K3“ prominent im Interface anzeigen.

Die Branding-Pflicht kennt man sinngemäß von Kimi K2 und aus Metas Llama-Lizenzen – für die Handvoll Konzerne oberhalb der Schwelle relevant, für alle anderen Folklore. Die MaaS-Klausel wiegt schwerer, denn sie trifft genau die Firmen, die aus offenen Weights ein Geschäft machen: Inference-Provider, Hoster, API-Reseller. Interne Nutzung bleibt ausdrücklich ausgenommen. Nach den Kriterien der Open Source Initiative ist das keine Open-Source-Lizenz, sondern Open Weights mit Geschäftsbedingungen. Meine Anführungszeichen um das Wort „offen“ aus dem Juli-Artikel dürfen also stehenbleiben – nur begründet sie jetzt die Lizenz statt der fehlenden Dateien.

Im Praxisfall bleibt die Lizenz für interne Nutzung folgenlos – wer K3 für Evals, Agenten oder Batch-Jobs betreibt, hat keinen Konflikt. Wer es weitervermietet, gibt den Text besser der Rechtsabteilung.

Self-Hosting: Der dritte Weg ist real – und wiegt 1,4 Terabyte

Im Release-Artikel habe ich die Modellwahl als Regen-oder-Traufe-Frage beschrieben: Daten in die USA oder Daten nach China. Mit den veröffentlichten Weights existiert der dritte Weg jetzt wirklich, denn selbst gehostet verlässt kein Prompt das eigene Netz – die Datenfrage stellt sich auf der Inference-Ebene nicht mehr. Die Einstiegshürde bleibt brutal. Rund 1,4 Terabyte GPU-Speicher allein für die Weights, bevor der KV-Cache das erste Token gesehen hat, und Moonshot empfiehlt Deployments ab 64 Beschleunigern der Blackwell- oder MI400-Klasse. Das ist ein Rechenzentrums-Projekt und kein Wochenendversuch mit Ollama, egal was einschlägige YouTube-Thumbnails gerade versprechen. Zwischen API und eigenem Blech liegt die Mittelspur namens Managed Hosting – Together und Co. rechnen pro Token ab, und die Prompts bleiben außerhalb Pekings, wenn auch nicht im eigenen Haus.

Politisch landet der Upload mitten im Gewitter. Die US-Regierung erwägt Beschränkungen für chinesische Open-Weight-Modelle, parallel wirft das Weiße Haus Moonshot vor, für K3 Anthropics Fable destilliert zu haben – beides hatte ich in den AI Picks der 30. KW sortiert. Moonshot veröffentlicht trotzdem, oder gerade deshalb. Was einmal auf Hugging Face liegt, sammelt keine Exportkontrolle der Welt wieder ein.

Einordnung

Die These vom 17. Juli hält zur Hälfte. Moonshot hat geliefert, pünktlich und vollständig, und das macht künftige Open-Weight-Versprechen aus China ein Stück glaubwürdiger – das Gegenbeispiel MiniMax M3 ist damit die Ausnahme, nicht die Regel. Ein Modell knapp unter der absoluten Spitze steht zum Download bereit, und die Regen-oder-Traufe-Frage dürfen sich jetzt auch die geschlossenen US-Anbieter gefallen lassen.

Von der zweiten Hälfte – „jeder Hyperscaler, jede Behörde mit genug Blech“ – bin ich vorerst kuriert. Die Lizenz schiebt kommerziellen Hostern einen Vertragsvorbehalt unter, die Hardware sortiert den Mittelstand aus, und ob AWS oder Azure ein chinesisches 2,8-Billionen-Modell in den Katalog nehmen, entscheidet sich womöglich eher in Washington als im Produktmanagement. Frontier zum Selberhosten gibt es seit dem 27. Juli. Gebrauchen können es die, die 64 Beschleuniger, eine Rechtsabteilung und ruhige Nerven mitbringen.

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