Redaktionelle Richtlinien

Exzerpt

Wie auf t01.li gearbeitet wird – von der Recherche bis zur Korrektur. Welche Rolle KI im Prozess spielt, welche nicht. Wo Quellen herkommen, wie alt sie sein dürfen, und was passiert, wenn sich ein Fehler einschleicht.

t01.li ist ein persönlicher Blog, kein Newsroom. Trotzdem oder gerade deshalb gelten hier ein paar Regeln, die ich mir selbst auferlegt habe – damit klar ist, woran Beiträge entstehen und woran nicht.

Inhalt

Diese Seite beschreibt den Maschinenraum: wie ein Artikel von der ersten Idee zur Veröffentlichung kommt, welche Quellen ich akzeptiere, wie KI in den Prozess eingebunden ist und was passiert, wenn etwas Falsches im Text steht. Verantwortlich für alles, was hier erscheint, bin ich – Tobias Glawe.

Wie Artikel entstehen

Jeder Beitrag durchläuft fünf Stationen. Das klingt nach Großverlag, ist aber schlicht der Versuch, in einem Ein-Mann-Betrieb die gleichen Rollen wahrzunehmen, die in einer Redaktion mehrere Personen erledigen – ohne dass die Disziplin dabei verloren geht.

Recherche: Am Anfang steht das Sammeln. Primärquellen, Pressemitteilungen, Studien, eigene Beobachtungen, eigene Workflows und Projekte, Notizen aus meinem Obsidian Vault. Was reinkommt, wird festgehalten, bevor es interpretiert wird.

Verfassen: Hier entsteht der Text. Argumentation, Tonalität, Position. Wenn ich etwas für schwach oder überverkauft halte, steht das auch so im Text – mit Begründung, nicht als Bauchgefühl.

Fakten-Check: Jeder überprüfbare Fakt wird gegen Quellen abgeglichen. Zahlen, Modellangaben, Eigennamen, Zitate. Bestätigt, fragwürdig oder nicht haltbar – die Markierung entscheidet, ob ein Satz so bleibt, umgeschrieben wird oder rausfliegt.

SEO: Title-Tag, Meta-Description, URL-Slug, interne Verlinkung. Keine Keyword-Akrobatik, keine Phrasenoptimierung um ihrer selbst willen. Sprache geht vor Suchmaschine.

Eigen-Lektorat: Letzte Station. Stil, Typografie, Rhythmus, Konsistenz.

Welche Rolle KI spielt

Klar, ohne Beschönigung: KI ist Teil dieses Workflows. Genauer gesagt: Claude von Anthropic.

Für die Recherche nutze ich klassisch die Suchmaschine und KI, um Links und Quellen zu finden – schneller, als ich es meistens per Google könnte. Was relevant ist und was Bullshit, entscheide ich selbst. Die Selektion ist händisch. Eine generierte Quellenliste ohne menschliche Prüfung wäre genau das Pressemitteilungs-Echo, das ich vermeiden will.

Für den Fakten-Check lasse ich Claude im Rahmen des oben beschriebenen Workflows gegen Quellen abgleichen. Das heißt: Jede überprüfbare Aussage wird systematisch geprüft, bevor sie veröffentlicht wird. Die finale redaktionelle Verantwortung trage aber ich. Wenn hier etwas Falsches steht, ist das mein Fehler – nicht der eines Modells.

Für Beitragsbilder und Info-Grafiken nutze ich ChatGPT Images 2.0. Die Bildmotive werden von mir gebrieft, ausgewählt und freigegeben – generiert, aber nicht ungeprüft veröffentlicht. KI-generierte Bilder werden als solche kenntlich gemacht, sofern das nicht ohnehin offensichtlich ist.

Was KI hier ausdrücklich nicht ist: ein Ersatz für eigenen Text, eigene Meinung oder eigenes Urteil. Ein Beitrag, der nur aus generierten Inhalten bestünde, würde sich beim ersten Absatz selbst entlarven.

Quellen-Policy

Quellen sind dazu da, Behauptungen zu tragen. Sie sollen prüfbar sein, einigermaßen aktuell und nicht aus dem Hut gezaubert.

Bevorzugt: Primärquellen. Herstellerdokumentation, Studien, Originalpapiere, offizielle Statements. Wenn ein Modell ein bestimmtes Context-Window hat, steht das in der Doku des Anbieters – nicht in einem Sammler-Blog.

Hersteller-Behauptungen werden markiert. Benchmarks, „Game-Changer“-Claims und PR-Aussagen sind keine unabhängige Wahrheit. Wenn ich sie zitiere, wird das offen ausgeschildert – „herstellereigene Werte, keine unabhängige Drittmessung“ ist hier ein wiederkehrendes Standard-Pattern.

Aktualität. Studien sind im Regelfall nicht älter als zwölf Monate zum Zeitpunkt der Beitragserstellung. Andere Quellen so aktuell wie möglich – im Regelfall nicht älter als sechs Monate. Ausnahmen gibt es bei Grundlagenwerken oder wenn eine ältere Quelle nachweislich noch der Stand der Dinge ist. In dem Fall steht das auch im Text.

Was nicht zitiert wird: anonyme Boulevard-Berichte, Threads ohne Beleg, selbst ernannte Gurus. Wenn eine Behauptung nirgendwo seriös belegt ist, gehört sie hier nicht hin.

Quellen werden in den Beiträgen direkt im Kontext verlinkt – nicht als Anhangsliste am Ende.

Sponsoring und bezahlte Inhalte

t01.li ist keine kommerzielle Plattform. Aktuell gibt es weder Affiliate-Links noch bezahlte Beiträge.

Sollte sich daran irgendwann etwas ändern, gilt: jede Form von bezahlter oder gesponserter Zusammenarbeit wird im Beitrag selbst eindeutig gekennzeichnet. Keine versteckte Werbung, keine „freundliche Erwähnung“ gegen Provision, kein Native-Content-Theater.

Das ist keine moralische Pose, sondern eine Bedingung dafür, dass Kritik an Herstellern hier überhaupt etwas wert ist.

Korrekturen

Fehler passieren. Wenn dir einer auffällt, schreib mir an tobias@t01.li – kurz die Stelle, kurz worum es geht, gerne mit Quelle.

Tippfehler, Grammatikfehler, kleinere sprachliche Ausrutscher korrigiere ich still. Niemand braucht eine Korrektur-Notiz dafür, dass aus „der“ mal „den“ wurde.

Inhaltliche oder faktische Korrekturen bekommen einen sichtbaren Hinweis im Beitrag. Was ursprünglich dastand, was jetzt dasteht, und das Datum der Änderung. Transparenz ist hier wichtiger als das Vermeiden einer kleinen Peinlichkeit – ein nachträglich heimlich umgeschriebener Faktenfehler ist schlimmer als der ursprüngliche Fehler selbst.

Ein Zeitfenster für Reaktion gibt es nicht. Ich gehe Korrekturhinweise an, wenn ich sie sehe.

Kontakt

Alles, was die redaktionelle Arbeit betrifft – Hinweise, Korrekturen, Widerspruch – läuft über tobias@t01.li. Wer dahintersteckt, steht auf meiner Autorenseite.